Buffet mit Fair gehandelten Lebensmitteln in einer Kirche

Verpflegung

Laut Weltklimarat IPCC hängen zwischen 23 bis 42 Prozent der globalen menschlich verursachten Treibhausgasemissionen mit unserer Ernährung und der Agrarproduktion zusammen (Klimafakten, 03/2024). Durch die bewusste Auswahl von Lebensmitteln können wir zu einer nachhaltigen Lebensweise beitragen. Gleichzeitig ist gesunde und wohlschmeckende Ernährung die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Für viele Menschen, ob im Kindergarten, in der Pflegeeinrichtung oder im Büro, ist das Essen, möglichst in Gemeinschaft, ein wichtiges soziales Ereignis. Wie kommt das Essen also gesund und appetitlich auf den Tisch und erfüllt zugleich Nachhaltigkeitskriterien, etwa durch vermehrte Verwendung von Bio-Qualität und Produkten aus dem Fairen Handel?

Zwei Ansätze sind in der Verpflegung zu unterscheiden:

1. Intern: Bei Einrichtungen, in denen jede Mahlzeit in einer eigenen Küche selbst zubereitet wird, ist die komplette Kette zu betrachten – von der Produktion über den Einkauf, die Zubereitung bis hin zum Servieren der Speisen.

2. Extern: Werden die Mahlzeiten über Cateringdienste geliefert, ist eine exakte Leistungsbeschreibung inklusive der ökofairen Kriterien bereits bei der Ausschreibung entscheidend.

In beiden Fällen gilt es, zunächst ein Verpflegungskonzept zu erarbeiten. Holen Sie sich bei Fragen zur Ausschreibung und dem Verpflegungskonzept Unterstützung, z.B. durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Maßnahmen

  • Es werden Lebensmittel festgelegt, die grundsätzlich aus Fairem Handel bezogen werden: Kaffee, Tee, Kakao, Reis, Bananen, Gewürze, Schokolade, Schokoladenkekse, usw. Erhältlich z.B. von GEPA. Dies ist eine Pflichtmaßnahme.

  • Es wird vorzugsweise vegetarische und vegane Verpflegung angeboten.

  • Es werden überwiegend frische regionale und saisonale Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft mit geringem Verarbeitungsgrad angeboten (plastikfreie Verpackung und Verzicht auf Fertigprodukte).

  • Es wird vorzugsweise Leitungswasser oder Mineralwasser in Mehrwegflaschen von regionalen Abfüllern angeboten.

  • Säfte werden in Bioqualität aus regionaler Herkunft oder dem Fairen Handel bezogen.

  • Es wird ein Küchenmanagementplan mit dem Ziel erstellt, den Energieverbrauch zu optimieren und die Abfallmenge zu reduzieren. Bei externer Beauftragung mindestens wöchentliche Abstimmung der Bestellmenge auf den voraussichtlichen Bedarf.

  • Bei externer Beauftragung eines Caterers legt die Leistungsbeschreibung im Sinne der ökofairen Kriterien fest:

    ☐ Nachweise, die erbracht werden müssen (Zertifizierung, Siegel)

    ☐ Bio-Anteil pro Warengruppe (kein täglicher Bio-Apfel als Alibi für Bio-Quote)

    ☐ Saisonalität und Regionalität pro Warengruppe