Weihnachtsbäume – öko & fair?

Für viele gehört der schön geschmückte Weihnachtsbaum zu Weihnachten dazu – ob in der Kirche oder zu Hause. Wenn Ihnen dabei auch der ökofaire Gedanke wichtig ist, sind diese Hintergrundinfos und Tipps für den Baumkauf gut zu wissen!

Um es vorwegzunehmen: Am besten einen Baum kaufen, der in der Region gewachsen ist – mit Bio- oder FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft (siehe unten).

Denn umweltfreundlich sind Weihnachtsbäume leider nicht. Die meisten der angebotenen Bäume werden in Monokulturen gezüchtet – unter erheblichem Einsatz von Dünger und PestizidenPlastikbäume sind allerdings auch keine Alternative. Diese werden aus Erdöl produziert und enthalten zusätzlich bedenkliche Chemikalien wie Weichmacher, die aus den Bäumen ausdünsten können und auch für den Recycling-Prozess ein Problem sind.

Ein weiterer Aspekt sind faire Arbeitsbedingungen bei der Gewinnung des Saatgutes. Bei Nordmanntannen kommt dieses überwiegend aus Georgien. Die Zapfen müssen dazu in schwindelerregender Höhe geerntet werden. Ohne Klettergurt ist diese schlecht bezahlte Arbeit lebensgefährlich. „Fair Trees“ verbessert die Arbeitssicherheit, schult die Mitarbeiter und zahlt faire Löhne. Die aus diesem Saatgut herangewachsenen Bäume kann man u.a. in allen TOOM-Baumärkten und vielen Rewe-Filialen kaufen. www.fairtrees.de. Nicht alle fair produzierten Weihnachtsbäume sind allerdings auch Bio-zertifiziert.

Eine schöne Alternative zum traditionellen Baum: Ein Weihnachtsstrauß mit Tannenzweigen.

Checkliste & Tipps

1. Ökologische Zertifikate Achten Sie auf folgende Siegel, die eine ökologische und faire Produktion garantieren:

  • EU-Bio-Siegel, Naturland, Bioland, Biokreis, Demeter: Diese Siegel stehen für ökologischen Anbau ohne Pestizide und Dünger. Besonders Naturland und Demeter gelten als streng und umweltfreundlich.
  • FSC-Siegel: Seit 2024 gibt es ein spezielles FSC-Weihnachtsbaum-Produktsiegel, das für umwelt- und sozialverträgliche Forstwirtschaft steht. Bis zur flächendeckenden Umsetzung (voraussichtlich ab 2025) können auch Bäume aus FSC-zertifizierten Forstbetrieben eine gute Wahl sein.
  • Fair Trees: Dieses Label garantiert faire Arbeitsbedingungen und ökologische Aufzucht, insbesondere bei Nordmanntannen. Für jeden gekauften Baum wird ein neuer ökologischer Baum gepflanzt.

2. Regionalität Kaufen Sie regional gewachsene Bäume, um lange Transportwege zu vermeiden. Heimische Sorten wie Fichten oder Kiefern sind besonders empfehlenswert. Viele Umweltorganisationen bieten Listen mit Verkaufsstellen für ökologische Weihnachtsbäume an, z.B. Robin Wood oder NABU.

Praktische Tipps

  • Vermeiden Sie Bäume mit PEFC- oder Global GAP-Siegeln, da diese den Einsatz von Pestiziden und Dünger erlauben.
  • Bio-Weihnachtsbäume sind in der Regel kaum teurer als konventionelle, aber deutlich umweltfreundlicher.
  • Alternativ: Bäume selbst schlagen (z.B. in zertifizierten Wäldern) oder auf Weihnachtsbaum-Mietangebote zurückgreifen.

Hintergrund Über 90% der in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume stammen aus Intensiv-Plantagen mit hohem Pestizid- und Düngemitteleinsatz. Ökologisch zertifizierte Bäume machen bisher weniger als 1% des Marktes aus – hier besteht noch großer Handlungsbedarf.

Quellen:

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