Energiesparende Elektrogeräte wählen

Warum Energieeffizienz zählt

Beim Kauf neuer Elektrogeräte (z. B. Kühlschränke, Geschirrspüler u.a.) lohnt sich ein genauer Blick auf die Energieeffizienzklasse (A–G). Geräte der höchsten Klasse (A) benötigen bis zu 50 % weniger Strom als Modelle niedrigerer Klassen. Das senkt die Stromkosten, spart CO₂ und schont Ressourcen – ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung.

Seit März 2021 gelten neue Anforderungen, die nun zusätzlich in die Bewertung miteinbezogen werden. Neben dem Stromverbrauch fließen beispielsweise auch die Reparaturfreundlichkeit, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und die Wiederverwertung am Ende der Lebensdauer mit in die Bewertung ein. Damit soll eine klimafreundliche Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Für Geräte wie Computer, Drucker oder Bildschirme gibt es kein Effizienzlabel, aber den blauen Engel, das Energy Star oder TCO-Label.

Wichtig: Es lassen sich nur Geräte innerhalb einer Produktgruppe vergleichen. Die Grenzwerte für den Energieverbrauch sind beispielsweise bei einem Kühlschrank anders als bei einem Backofen oder Fernseher und deshalb nicht vergleichbar. Auch können z. B. Kühlschränke mit und ohne Gefrierfach nicht automatisch miteinander verglichen werden.

Wann sich ein Austausch wirklich lohnt

Nicht jedes alte Gerät sollte sofort ersetzt werden – aber bei Dauerläufern wie Kühlschränken, Gefriertruhen oder Spülmaschinen kann sich der Austausch rasch bezahlt machen. Der tatsächliche Verbrauch der Altgeräte lässt sich mit einem Strommessgerät überprüfen.

Faustregel:

  • Geräte, die älter als 10–15 Jahre sind, verbrauchen häufig doppelt so viel Strom wie moderne Geräte der Klassen A–C.
  • Ein alter Kühlschrank (Baujahr um 2005) mit 150 W Dauerleistung verursacht etwa 350 kWh/Jahr, ein neues Modell der Klasse A dagegen nur rund 100–120 kWh/Jahr.

Das bedeutet konkret:
Ersparnis: ca. 230 kWh pro Jahr
Kostenersparnis: rund 80 € pro Jahr (bei 35 ct/kWh)
CO-Einsparung: ca. 100 kg pro Jahr (bei 0,4 kg CO₂/kWh)

Nach rund 5–7 Jahren amortisiert sich das neue Gerät – und danach spart die Gemeinde bares Geld und Energie.

Wenn die beste Klasse nicht verfügbar ist

Manche Gerätetypen (z. B. Gewerbegeräte, große Spülmaschinen) sind noch nicht in Klasse A erhältlich.
Dann gilt:

  • Wählen Sie die bestmögliche Effizienzklasse,
  • prüfen Sie den tatsächlichen Bedarf an Größe und Leistung,
  • und achten Sie auf eco-Programme oder Teillastfunktionen (halbe Beladung).

Ein etwas kleineres, aber regelmäßig genutztes Gerät ist meist energie- und kosteneffizienter als ein zu großes Gerät mit Top-Etikett, das nie ausgelastet ist. Dies trifft allerdings nicht für die kleinen Spülmaschinen (45 cm Breite) zu, siehe dazu die Information vom Umweltbundesamt.

Größe und »Platzbedarf« richtig einschätzen

  • Kühlschränke (Information vom Umweltbundesamt):
    → Zu leer: kalte Luft entweicht beim Öffnen, Gerät muss nachkühlen.
    → Zu voll: Luft kann nicht zirkulieren, Gerät läuft länger.
  • Wasch- und Spülmaschinen: Lieber voll beladen oder eco-/Teillastmodus nutzen. Bei leichten Verschmutzungen die Wasch-/Spültemperatur reduzieren.
  • Stand-by vermeiden: Geräte die nicht im Dauerbetrieb sein müssen über abschaltbare Steckdosenleisten komplett ausschalten.

Fazit

Die beste Energieeffizienzklasse ist wichtig – aber nicht allein entscheidend.
Wer Geräte bedarfsgerecht auswählt, effizient nutzt und alte Stromfresser rechtzeitig ersetzt, spart über viele Jahre Energie, Kosten und CO.

Weitere Tipps finden Sie im Energiespar-Ratgeber für Kirchengemeinden.

Checkliste: Elektrogeräte energieeffizient einkaufen und nutzen

PrüfpunkteJa / Nein
Ist das Gerät notwendig (oder kann ein vorhandenes weiter genutzt werden)?
Ist das alte Gerät älter als 10–15 Jahre und daher ein Austausch wirtschaftlich sinnvoll? Wurde die Energieeffizienzklasse (A–G) geprüft und das effizienteste verfügbare Modell gewählt?
Entspricht die Größe/Kapazität dem tatsächlichen Bedarf (z. B. Kühlvolumen, Trommelgröße)?
Gibt es eco-Programme oder Teillastfunktionen (halbe Beladung), die regelmäßig genutzt werden?
Wird das Gerät voll, aber nicht überfüllt betrieben?
Werden Geräte bei Nichtgebrauch komplett ausgeschaltet (kein Stand-by)?
Wurde die Entsorgung des Altgeräts umweltgerecht organisiert (z. B. Rückgabe beim Händler)?

Bild von Kirsten Hüttner.