Kirchturm: Lebensraum für Gottes Geschöpfe

Kirchtürme bieten wertvollen Lebensraum für seltene und geschützte Tierarten wie Turmfalken, Mauersegler, Eulen, Fledermäuse und anderes Getier – allesamt Geschöpfe Gottes. Um diesen Lebensraum zu erhalten und zu fördern, eignen sich folgende Maßnahmen:

  1. Regelmäßige Bestandsaufnahmen: Erfassen Sie die Tierarten, die in Ihren Kirchtürmen leben. Eine Biologin oder ein Biologe kann dabei helfen, die Artenvielfalt zu dokumentieren und Schutzmaßnahmen zu planen.
  2. Rücksichtnahme bei Sanierungen: Bei Bau- und Sanierungsarbeiten muss der Artenschutz von Anfang an mitbedacht werden. Dies ist keine freiwillige Maßnahme, sondern im Bundesnaturschutzgesetz (§44 BNatSchG) geregelt. Es ist wichtig, dass sich die Kirchengemeinde als Bauherrin dieser Verantwortung bewusst sind, um rechtliche Konsequenzen und zusätzliche Kosten für Anzeigen oder Rückbau zu vermeiden. Ausnahmeregelungen bei berechtigen Anliegen sind genehmigungspflichtig. Zur Beratung können Sie die Bauabteilung Ihres Kirchenkreises kontaktieren.
  3. Zusammenarbeit mit Experten: Arbeiten Sie mit Umweltbeauftragten und Naturschutzorganisationen zusammen, um Leitlinien für den Artenschutz bei der Sanierung von Baudenkmälern zu entwickeln und umzusetzen. Zur Beratung können Sie die Bauabteilung Ihres Kirchenkreises kontaktieren, die Ihnen Kontakte zu diesen Expert:innen zur Verfügung stell (oder so ähnlich) .
  4. Sensibilisierung der Kirchengemeinde: Informieren Sie die Kirchengemeinde und die Anwohnenden über die Bedeutung des Artenschutzes und die besonderen Bewohner Ihres Kirchturms. Dies kann durch Informationsveranstaltungen, Webcams an Storchennestern, Bau und Installation von Nistkästen oder andere Projekte geschehen.
  5. Anpassung der Beleuchtung: Zu helle Anstrahlung Ihres Kirchengebäudes schadet den nachaktiven Tieren. Lassen Sie sich bei der Auswahl der richtigen Beleuchtung beraten, um Störungen durch künstliches Licht möglichst zu vermeiden.
  6. Nutzung von Fördermitteln: Nutzen Sie Förderprogramme um kleine Umweltprojekte zu finanzieren. Dies kann helfen, notwendige Maßnahmen ohne große finanzielle Belastung umzusetzen. Fördermöglichkeiten finden sich im Förderwegweiser auf dem Klimaportal der Nordkirche.

Durch diese Maßnahmen können Sie dazu beitragen, den Kirchturm als wichtigen Lebensraum für viele Arten zu erhalten und gleichzeitig das Bewusstsein für den Artenschutz in Ihrer Gemeinde zu stärken.

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