Ihre Gemeinde fusioniert demnächst oder ist bereits fusioniert? Hier gibt es Antworten auf Ihre Fragen und Informationen was es heißt, wenn ÖkoFaire Gemeinden sich mit anderen Gemeinden zusammenschliessen:
1. Was passiert mit der Auszeichnung ÖkoFaire Gemeinde bei einer Fusion?
- Status bleibt erhalten: Die bereits ausgezeichnete ÖkoFaire Gemeinde behält ihren Status und wird innerhalb der neuen Fusionsgemeinde als ausgezeichneter Standort* geführt. *Manchmal sind mehrere Standorte schon ausgezeichnet.
- Netzwerkzugehörigkeit: Der jeweilige Standort bleibt Teil des Netzwerks der ÖkoFairen Gemeinden und profitiert weiterhin von Austausch und Unterstützung.
- Neue Urkunde möglich: Auf Wunsch kann eine aktualisierte Urkunde mit dem neuen Namen der Fusionsgemeinde ausgestellt werden. Die alte Gemeindebezeichnung wird als Standort auf der Urkunde aufgeführt.
2. Wer nimmt am jährlichen (zukünftig evtl. zweijährlichen) Online-Check-Up teil?
- Verpflichtend für ausgezeichnete Standorte: Nur die bereits ausgezeichneten Standorte nehmen am jährlichen Online-Check-Up teil. Die Fusionsgemeinde bestimmt eine Ansprechperson, die dann für den ÖkoFairen Standort am Online Check Up teilnimmt, auf Wunsch können Personen aus den einzelnen Standorten ebenfalls mitmachen. Wenn die ganze Fusionsgemeinde ÖkoFair ist, reicht eine Person.
- Angabe im Check-Up: es wird dort der neue Name der Fusionsgemeinde sowie der Standort (ehemalige Gemeinde) angegeben.
- Online -Treffs: Nur die bereits ausgezeichneten Standorte müssen teilnehmen, andere Standorte optional. Wenn die ganze Fusionsgemeinde ÖkoFair ist, reicht eine Person.
3. Wie können die Ortsteile/Standorte in die fusionierte Gemeinde integriert werden?
a) Impulse und Tipps vom ausgezeichneten Standort*
- Der oder die ausgezeichnete/n Standorte geben praktische Anregungen, wie die gesamte Fusionsgemeinde schrittweise ökofair beschaffen kann.
- Gemeinsame Beschaffung nutzen: Durch zentralisierten Einkauf (z. B. Kopierpapier, Toilettenpapier, Kaffee) können Kostenvorteile durch Staffelpreise entstehen.
- Information & Sichtbarkeit in allen Standorten: Plakat „Wir beschaffen ökofair“ aufhängen, Comic und Flyer verteilen und über das Thema informieren.
b) Vier Pflichtmaßnahmen als Einstieg
- Papier: Nur mit Blauem Engel beschaffen.
- Hygienepapier: Nur mit Blauem Engel beschaffen.
- Tee/Kaffee/Kakao/Schokolade: mit Bio- und Fair-Siegel (z. B. Naturland Fair, Fairtrade, Gepa) einkaufen.
- Energiecontrolling: Regelmäßiges Ablesen und Überwachen von Strom, Wärme und Wasser in allen Gemeindeteilen. Dies spart Kosten und schafft dadurch Akzeptanz.
c) Ehrenamtliche einbinden
- Im neuen Kirchengemeinderat (KGR) oder anderen Gremien das Thema Klimaschutz/ökofaire Beschaffung gemeinsam angehen und Beschluss herbeiführen. Ideal wäre es einen Nachhaltigkeits/- oder Klimaschutzausschuss zu gründen, darüber im Gemeindebrief zu berichten und alle Interessierten einzuladen.
- Engagierte Ehrenamtliche als Multiplikator:innen gewinnen (ggfs. auch Nichtmitglieder einladen).
4. Kommunikation und Motivation
- Transparenz schaffen: Allen Standorten erklären (festlegen, wer das macht), was es bedeutet, eine ÖkoFaire Gemeinde zu sein. Z.B. mit dem Comic, Plakat, Flyer, über den Gemeindebrief u.a.
- Vorteile aufzeigen: Kosteneinsparungen, Imagegewinn und Beitrag zu Klimaanpassung und Klimaschutz betonen.
- Materialien nutzen: Infomaterial von oekofaire-kirche.de/gemeinde/mission verwenden (z. B. Plakate, Comics, Excel-Dokument als Checkliste: Fusion ÖkoFaire Gemeinde .
5. Praktische Schritte für die Fusionsgemeinde
ÖkoFaire Gemeinden im Fusionsprozess – Umsetzungstipps:
| Schritt | Maßnahme | Verantwortliche |
| 1. Bestandsaufnahme | Welche Standorte sind bereits ausgezeichnet? Pflichtmaßnahmen evtl. erfüllt? | Bisherige Kontaktperson des ausgezeichneten Standorts |
| 2. Information aller Beteiligten | Vorstellung des ÖkoFair-Konzepts im KGR; Information und Aufruf über Gemeindebrief mitzumachen im Klimaschutz-/ Nachhaltigkeitsausschuss für eine zukunftsfähige Gemeinde | Kontaktperson ausgezeichnete/r Standort/e, Umweltbeauftragte/, oder Klimaschutz/Nachhaltigkeitsausschuss oder ähnliches |
| 3. Beschlussfassung KGR | Beschlussfassung über ÖkoFair-Ausweitung auf bisher nicht ausgezeichnete/n Standort/e, Steuerung des Prozesses. Eventuell Gründung eines Nachhaltigkeitsausschusses oder vergleichbares, oder Benennung eines/r Umweltbeauftrage/n. | KGR**, Umweltbeauftragte/ Klimaschutz/Nachhaltigkeitsausschuss oder ähnliches, zur Entlastung des KGR |
| 4. Information der Gemeinde | Rubrik im Gemeindebrief über ÖkoFair-Themen, über aktuellen Stand berichten in jeder Ausgabe; Info auch über KGR-Sitzung & Gemeindeversammlung | Redaktion Gemeindebrief |
| 4. Gemeinsame Beschaffung organisieren | Zentraler Einkauf von Papier, Kaffee etc. prüfen | Sekretariat/Hausmeister-/Küster:innen, Einkaufsverantwortliche |
| 5. Energiecontrolling ausweiten | Regelmäßiges Ablesen in allen Gemeindeteilen einführen | Technische Verantwortliche |
| 6. Netzwerk nutzen | Austausch mit anderen ÖkoFairen Gemeinden suchen | Umweltbeauftragte/ Klimaschutz/Nachhaltigkeitsausschuss |
| 7. Auszeichnung der Fusionsgemeinde (optional) | Falls gewünscht kann ein (optionales) Abschlussgespräch für die Fusionsgemeinde stattfinden und eine Urkunde ausgestellt werden. |
** Der KGR hat keine Mehrarbeit
6. Unterstützung und weitere Infos
- Webseite: oekofaire-kirche.de/gemeinde/mission
- Externe Ansprechpersonen nutzen (Klimaschutzfachleute/Zuständige/ Energiemanager:innen des Kirchenkreises, Fachleute auch aus Hauptbereichen)
- Kontakt: Bei Fragen an die Projektkoordination ÖkoFaire Gemeinde wenden.
Fazit: Die Fusion ist eine Chance, das Engagement für Nachhaltigkeit und faire Beschaffung auf die gesamte Gemeinde auszuweiten – mit klaren Regeln, praktischen Schritten und der Unterstützung des Netzwerks! Es kann als ein gemeinsames Startprojekt zum Zusammenwachsen gesehen werden.
