Foto einer angelegten Benjeshecke
Bild: Lino Weiß

Totholzhecke (Benjeshecke) anlegen – so geht’s

Warum eine Totholzhecke? Eine Totholz- oder Benjeshecke schafft auf einfache Weise Lebensraum für Igel, Insekten, Vögel, Amphibien und viele weitere Tiere. Gleichzeitig verwertet sie anfallendes Schnittgut aus der Gemeindearbeit und spart Entsorgungskosten. Die Hecke entwickelt sich mit der Zeit zu einem artenreichen Biotop – ganz ohne teure Neupflanzungen.
Sie kann wunderbar zur Abgrenzung von Grundstücken (als biodiverser Zaun) genutzt werden.

Material & Standort

  • Material: Äste, Reisig, Baum- und Strauchschnitt (am besten unterschiedliche Dicken), ggf. Laub und Rasenschnitt
  • Standort: Sonnig bis halbschattig, z. B. am Rand von Grundstücken, Friedhöfen oder Gemeindegärten
  • Größe: Mindestens 0,5–1 m breit und 1–1,5 m hoch, Länge nach Platzangebot

Anleitung: Schritt für Schritt

  1. Pfosten setzen: Zwei parallele Reihen stabiler Äste oder Holzpfosten im Abstand von ca. 1 m in den Boden schlagen. Der Abstand der Pfosten in der Reihe: 1–2 m.
  2. Totholz schichten: Das Schnittgut vertikal zwischen die Pfosten legen – abwechselnd links und rechts. Je dichter, desto besser.
  3. Nachlegen: Jedes Jahr im Herbst und Frühjahr neues Schnittgut aufschichten, da die Hecke mit der Zeit absackt.
  4. Als Weiterentwicklung der klassischen Benjeshecke, bei der lediglich Gehölzschnitt aufgeschichtet wird, werden gerne gezielt Initialpflanzungen vorgenommen (z. B. heimische Wildgehölze wie Schlehe, Holunder oder Heckenrose). Dadurch entwickeln sich die Hecken schneller. Das aufgeschichtete Material schützt dabei die Jungpflanzen und schafft ein günstiges Kleinklima. Der Pflegeaufwand bleibt gering.Vögel tragen mit der Zeit weitere Samen ein.

Pflege & Tipps

  • Kein Häckseln oder Verbrennen des Schnittguts – so schützen Sie Tiere und sparen Arbeit.
  • Kein Heckenschnitt in der Brutzeit (1. März bis 15. September).
  • maximal 20% Nadelgehölze als Schnittgut zu verwenden. Nadelgehölze versauern den Boden, was die Pflanzenvielfalt rund um die Hecke reduziert
  • Begleitpflanzen: Im Schatten eignen sich z. B. Kriechender Günsel, Buschwindröschen oder Waldfrauen-Farn.
  • Bei Bedarf die Hecke nachfüllen, z. B. im Herbst und Frühjahr

Ökologischer Nutzen

  • Lebensraum für Igel, Insekten, Vögel, Kröten, Eidechsen und viele weitere Arten
  • Nahrungsquelle und Überwinterungshilfe für Tiere
  • Klimaschutz: Speichert CO₂ und fördert die Biodiversität
  • Gestaltungselement: Natürliche Abgrenzung mit Bauerngarten-Charme

Tolles Jugend-Projekt

Eine Totholzhecke ist ein ideales Projekt für Kirchengemeinden: Sie verbindet Schöpfungsverantwortung mit praktischem Naturschutz, ist kostengünstig (meist nur Arbeitszeit, da eigenes Schnittgut verwendet wird) und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Umsetzen können es z. B. Jugendgruppen, Konfirmand:innen, FSJler:innen, Diakon:innen oder Umweltteams – auch als Generationen übergreifende Aktion. Optional entstehen Kosten für Initialsträucher (ca. 10–20 € pro Pflanze), eventuell müssen Pfosten eingekauft werden. Weitere Kosten fallen in der Regel nicht an.

Weiterführende Links (geprüft, Stand Juli 2026)